Web 2.0 ist wie ein Rave

2009 Februar 9
by Wolfram

Web 2.0 ist wie ein Rave – das hat mal der Vordenker Salvatore Vanasco in Berlin gesagt. Alle tanzen nebeneinander her; es geht immer nur um Quantität: wie viele Kontakte hast Du, bist Du hot or not – aber was dem Web 2.0 fehlt: die qualitative Bewertung. Der nächste große Hype müsste sein: nicht wie viele Du kennst – sondern wen Du kennst.

Genau in diese Richtung argumentiert auch mein neuer Lieblingsberater Prof. Dr. Peter Kruse. Was an dem aktuellen Web 2.0 gut funktioniert ist: die quantitative Komponente – sei es in Form von Vernetzung oder Hypes. Millionen von Menschen finden sich bei Facebook und XING zusammen; lustige und sexy Videos werden innerhalb kürzester Zeit auf Youtube gehypt und über Nacht weltweit bekannt. Aber was überhaupt nicht funktioniert ist eine echte qualitative Bewertung, die über eine hotornot-Statistik hinaus geht. Das Web 2.0 ist wunderbar darin Masse zu erzeugen, aber versagt völlig darin diese qualitativ zu bewerten.

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Seiner Meinung nach bleiben drei Möglichkeiten:

  1. Entweder wir akzeptieren die Trivialität der Ergebnisse aufgrund rein statistischer Bewertung oder
  2. Aufbau eines sprachverstehenden Netzwerkes (Lösen des Semantikproblems) für echte, tiefgreifende qualitative Bewertung der Inhalte (automatische Bewertungsmechanismen, die qualitativ sind) oder
  3. Exklusive Teilnetze: weil nur hier im Diskurs noch Werte und Inhalte bewertet werden können. Genau das passiert im Moment; ist aber ein logischer Widerspruch zu dem schon erreichten.

Diese ganzen Zusammenhänge lassen sich gut am konkreten Case der Dating-Sites analysieren. Praktisch alle existierenden Ansätze basieren auf dem aktuellen Paradigma des Web 2.0: das Hochjagen der Vernetzungsdichte. Die großen Dating-Netzwerke schaffen es Huntertausende von Menschen zur Beteiligung einzuladen. Diese Seiten funktionieren wie riesengroße Datenbanken – und lassen sich auch nur so (be)nutzen. Aber so funktioniert Flirten nicht in der realen Welt. Was hier fehlt ist die menschliche, natürliche Bewertung der anderen Mitmenschen. So wie sie in freier Wildbahn automatisch und intuitiv funktioniert; so funktioniert sie leider (noch) nicht im Web 2.0

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